Klares Signal gegen häusliche Gewalt

Mit der Corona-Pandemie steigen leider auch die Zahlen häuslicher Gewalttaten- besonders gegenüber Frauen. Ein wichtiges Thema, das nicht unter den Teppich gekehrt werden darf, sondern im Gegenteil, mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollte. Unsere Jusos Osterholz haben sich mit der Problematik beschäftigt und Forderungen ausgearbeitet, um die aktuelle Situation zu verbessern. Diese möchten wir gerne unterstützen und ebenso an die Öffentlichkeit tragen.

Auch möchten wir jede/n einzelne/n Leser/in, Bürger/in oder Genoss/in darauf hinweisen, dass niemand das Recht hat, einem anderen Menschen körperliche oder psychische Gewalt anzutun. Wenn ihr Opfer oder Beobachter/in einer solchen Tat seid oder werdet, raten wir euch dies dringend zu melden. Wo? Beim bundesweiten Hilfetelefon (08000116016) oder dem Jugendamt Osterholz Sachgebiet Familienservice/Gewaltschutz (04791 930-2580).

Im Folgenden teilen wir nun die Ausarbeitungen unserer Jusos bezüglich des Themas mit euch:

Hilfe gegen häusliche Gewalt muss auf den Kassenzettel – Wir brauchen Behelfsfrauenhäuser jetzt!

Die Hilfenotrufe gegen häusliche Gewalt haben sich laut tagesspiegel hierzulande in der Corona-Krise nahezu verdoppelt. Für angeschlagene Familien- oder Beziehungsverhältnisse ist der Shutdown der Bundesregierung zum Stopp der unkontrollierten Ausbreitung des Corona Virus eine große Herausforderung. Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erlebt allgemein jede dritte Frau in ihrem Leben häusliche Gewalt. Die Dunkelziffer ist hoch. 81,3% der Gewaltopfer sind zumeist weiblich. Die Einschränkung des freiheitlichen Alltags- und Berufslebens, das enge Aufeinander Hocken in den Wohnungen oder auch die intensive Hausbetreuung der Kinder steigert das Gewalt- und Missbrauchspotential innerhalb schon allgemein angeschlagenen Beziehungs- und Familiensituationen. Oftmals männliche dominierte Gewalt ausgelöst durch Frustrationen, Verdruss oder Ärger werden an physisch schwächeren Frauen, Mädchen und Jungen ausgelassen. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus sind notwendig und sollten solange Wissenschaft und Statistiken es empfehlen beibehalten werden. Allerdings muss zugleich auch die körperliche Unversehrtheit weiter gesichert werden und schleunigst greifbare Maßnahmen getätigt werden.

Deshalb haben wir von den Jusos aus Osterholz-Scharmbeck verschiedene Forderungen, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Wir fordern zuallererst die Aufklärung über das Problem. In den Medien wird viel zu wenig darüber berichtet und deshalb fordern wir, dass es eine Aufklärungskampagne in Rundfunk und Fernsehen geben muss. Die Menschen müssen auf diese Zahlen und Probleme aufmerksam gemacht werden. Es ist wichtig den Betroffenen auch in solch einer Krise zu zeigen, dass man an sie denkt und vor allem ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und sie Hilfe bekommen können. Sie müssen barrierefrei über Anlaufstellen und Hilfemöglichkeiten einen Zugriff bekommen.

Außerdem fordern wir den Abdruck der Notrufhotline auf Kassenbelegen. Um aus brenzligen Situationen Zuhause zu entfliehen, braucht es vor allem Anonymität. Dieser Schritt könnte den Eintrag im Suchverlauf des Browsers am heimischen PC vorm gewalttätigen Lebenspartner verhindern und Barrieren zur Hilfesuche abbauen. Die Notfallhotlines sind rund um die Uhr erreichbar, um Betroffenen telefonisch Hilfe zu leisten.

Vor Ort wollen wir Jusos aus OHZ versuchen durch das Aufhängen von Plakaten mit Notrufnummern an schwarze Bretter in Supermärkten präventiv handeln, um somit eine Verbreitung dieser Hilfehotlines voranzubringen. Wir versenden des Weiteren Briefe an Einzelhandelsunternehmen, um diese zum Handeln aufzufordern.

Der dritte wichtige Schritt ist die Forderung nach einer sofortigen Aufstockung der Frauenhauskapazität in Deutschland und unserer Region. Dabei geht es darum, dass die „Bedrohten“ Zuflucht finden können und dort auch genügend Hilfe bekommen. „Es ist wichtig, dass diese Menschen in solchen einschneidenden Situationen Zuhause, Hilfe von anderen bekommen, um der Gewalt entfliehen zu können. Dabei hilft leider meist nicht nur der telefonische Beistand, sondern auch die Flucht aus einer solchen Situation.“; so Charlotte Brunzema vom Kreisvorstand der Jusos.

Dabei könnte eine Idee für die Umsetzung eine Umnutzung von Hotels sein. Diese werden derzeit aufgrund der Krise nicht genutzt und könnten deshalb in Frauenhäuser umfunktioniert werden, damit es genug Anlaufstellen gibt. Damit hätte man auf der einen Seite eine Nutzung für die Hotels und auf der anderen Seite genügend Anlaufstellen für Betroffene.

Kristin Lindemann, stellv. Vorsitzende des SPD Ortsvereins Osterholz-Scharmbeck

Opfer von häuslicher Gewalt können sich an das bundesweite Hilfetelefon (08000116016) oder an das Jugendamt Osterholz Sachgebiet Familienservice/Gewaltschutz (04791 930-2580) wenden.