Wer am 13. September in Osterholz-Scharmbeck zur Kommunalwahl geht, muss nicht nur Parteiprogramme lesen – es gibt inzwischen auch praktische Online-Tools, mit denen sich die eigene Position mit der der Kandidatinnen und Kandidaten vergleichen lässt. Eines davon ist der Wahlcheck von LocalZero, der speziell den Blick auf Klimaschutz und Klimaanpassung richtet.
Was ist der LocalZero-Wahlcheck?
LocalZero ist eine bundesweite Klimaschutz-Initiative, die sich für konsequente Klimapolitik auf kommunaler Ebene einsetzt. Für die niedersächsischen Kommunalwahlen 2026 hat die Initiative einen interaktiven Wahlcheck aufgesetzt, mit dem Bürgerinnen und Bürger ihre eigene Haltung zu zentralen kommunalen Klimathemen mit den Positionen der Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten abgleichen können.
Die Umfrage deckt eine ganze Reihe von Themen ab, die konkret vor Ort entschieden werden – zum Beispiel:
- Klimaneutralität 2045
- Erhalt der Lebensgrundlagen
- Klimaschutz als Pflichtaufgabe der Kommune
- Ein/e hauptamtliche/r Klimaschutzmanager*in
- Bürgerbeteiligung bei Klimaschutzmaßnahmen
- Energieberatung für Bürger*innen
- Erneuerbare Energien in Privathaushalten und städtischen Gebäuden
- Ausbau von PV-Anlagen
- Umgang mit Hitzewellen und Klimaanpassung
- Entsiegelung und Wassermanagement
- Radverkehr und Ausbau von E-Ladesäulen
- Temporeduzierung
Man beantwortet für jede These, wie man selbst dazu steht – zustimmen, ablehnen oder sich enthalten. Am Ende zeigt das Tool, wie gut die eigene Haltung mit der der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten übereinstimmt, jeweils als Prozentwert und mit übersichtlichen Diagrammen zur Punktevergabe nach These.
Wer es selbst ausprobieren möchte, findet den Wahlcheck für Osterholz-Scharmbeck hier:
👉 localzero.net/loesungen/wahlcheck/kommunalwahl-ni-2026/osterholz-scharmbeck
Torsten Haß hat teilgenommen
Auch unser Bürgermeisterkandidat Torsten Haß (SPD) hat sich den Thesen von LocalZero gestellt und seine Positionen zu allen Klimafragen offengelegt. Sein Statement zur Kandidatur bringt es auf den Punkt:
Osterholz-Scharmbeck soll sozial gerecht, wirtschaftlich stark und klimafest weiterentwickelt werden – mit bezahlbarem Wohnen, starker Bildung, sicherer und nachhaltiger Mobilität sowie einer bürgernahen Verwaltung. Klimaschutz soll dabei konkret, messbar und sozial ausgewogen umgesetzt werden.
In der Auswertung nach Thesen zeigt sich: Torsten Haß stimmt bei praktisch allen abgefragten Klimathemen konsequent für ambitionierten Klimaschutz – von der Klimaneutralität 2045 über den Ausbau erneuerbarer Energien und PV-Anlagen bis hin zu Entsiegelung, Wassermanagement und dem Ausbau von Radverkehr und E-Ladesäulen.
Besonders spannend sind dabei nicht nur die Zustimmungswerte selbst, sondern die ausführlichen Begründungen, die er zu jeder These abgegeben hat. Ein Überblick:
Klimaneutralität und Pflichtaufgabe. Für Torsten Haß gibt es angesichts der menschengemachten Erderwärmung keine Alternative zu den Pariser Klimazielen – auch Kommunen stünden hier in der Pflicht. Er verweist darauf, dass Osterholz-Scharmbeck sich mit dem 2025 einstimmig beschlossenen Klimaschutzkonzept bereits selbst das Ziel Treibhausgasneutralität bis 2040 gesetzt hat, und will diesen Beschluss konsequent in messbare, finanzierbare und sozial ausgewogene Maßnahmen übersetzen, über deren Fortschritt regelmäßig öffentlich berichtet wird. Klimaschutz und Klimaanpassung versteht er dabei ausdrücklich als kommunale Pflichtaufgaben, deren Finanzierung durch Bund und Länder sichergestellt werden muss – nicht zulasten von Bildung oder sozialer Infrastruktur.
Verfassungsauftrag und Klimaschutzmanagement. Er begreift Artikel 20a Grundgesetz – den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen – als verbindlichen Auftrag für sein Handeln als Bürgermeister, unter Verweis auf das entsprechende Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2021. Konkret unterstützt er die Arbeit des künftigen Klimaschutzmanagements der Stadt uneingeschränkt: Der zum 1. November 2026 startende neue Klimaschutzmanager könne auf seine volle Unterstützung zählen, da Zielbeschreibungen, Bestandsaufnahmen und Maßnahmenkataloge die Grundlage für wirksamen Klimaschutz seien.
Bürgerbeteiligung und Energieberatung. Beteiligung soll nicht erst bei der Umsetzung, sondern schon bei der Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts ansetzen – frühzeitig, transparent und sowohl digital als auch in Präsenz, etwa über ein geplantes Bürger-Klimaforum. Bei der Energieberatung setzt er dagegen bewusst nicht auf ein zusätzliches städtisches Angebot: Da Landkreis, Verbraucherzentrale und Stadtwerke bereits eine kostenfreie Beratung anbieten, will er Doppelstrukturen vermeiden und stattdessen die Stadt als koordinierende Kraft für eine gemeinsame, niedrigschwellige Erstberatung einsetzen.
Wärmewende und erneuerbare Energien. Bei der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien will er Hauseigentümerinnen und Mieterinnen aktiv unterstützen – etwa durch kommunale Wärmenetze in verdichteten Siedlungsbereichen, Information, Lotsenfunktion durch den Förderdschungel und Zusammenarbeit mit Stadtwerken, Wohnungswirtschaft und Handwerk. Für städtische Gebäude will er erneuerbare Wärme beim Neubau oder notwendigen Heizungsaustausch zum verbindlichen Standard machen, orientiert an kommunaler Wärmeplanung, technischer Eignung und Kosten über die gesamte Nutzungsdauer.
Photovoltaik. Den Ausbau von PV-Anlagen will er konsequent vorantreiben: geeignete städtische Dächer, Fassaden, Parkplätze und bereits versiegelte Flächen sollen genutzt, private, gewerbliche und genossenschaftliche Projekte erleichtert werden – mit Speicher, Eigenverbrauch und Netzkapazität von Anfang an mitgedacht.
Klimaanpassung, Hitzeschutz und Entsiegelung. Weil sich das Klima bereits verändert, hält er Anpassungsmaßnahmen für unverzichtbar: mehr Bäume, Schattenplätze, Trinkbrunnen und Hitzeaktionspläne sollen die Stadt besser gegen Hitzeperioden wappnen, insbesondere zum Schutz vulnerabler Gruppen wie älterer Menschen, kleiner Kinder und chronisch Kranker – etwa durch Klimatisierung von Kitas, Schulen und Krankenhäusern. Bei der Entsiegelung öffentlicher Flächen setzt er auf die Verbindung mit dem Schwammstadtprinzip, wie es bereits beim Projekt zur Neugestaltung des Scharmbecker Bachs verfolgt wird, lehnt aber ein pauschales Versiegelungsverbot ab, da notwendiger Wohnraum, Schulen und Infrastruktur dadurch verhindert würden. Sein Ansatz: Netto-Null-Versiegelung, bei der jede neue Versiegelung an anderer Stelle ausgeglichen wird.
Wassermanagement. Gemeinsam mit Landkreis, Wasserbehörden, Stadtwerken, Landwirtschaft und Wasserverbänden will er ein integriertes lokales Wassermanagement aufbauen – mit Monitoring, Regenrückhaltung, Versickerung und Regenwassernutzung, damit Osterholz-Scharmbeck Schritt für Schritt zur wassersensiblen Schwammstadt wird.
Radverkehr und Verkehrssicherheit. Sichere Radwege sieht er als wichtigen Baustein für eine klimafreundliche und lebenswerte Stadt. Statt einzelner Radwege will er ein durchgängiges, gut ausgeschildertes Netz, das Lücken schließt und sichere Schulwege priorisiert – ein erster Schritt dazu wurde 2025 mit einem gemeinsamen Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen eingeleitet.
E-Ladesäulen und Tempo. Beim Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur setzt er auf einen bedarfsgerechten Ausbau an Parkplätzen, städtischen Einrichtungen und in Wohnquartieren, gemeinsam mit Stadtwerken und privaten Betreibern. Bei Tempo 30 oder 40 lehnt er eine pauschale, flächendeckende Regelung ab – stattdessen sollen Geschwindigkeitsreduzierungen dort kommen, wo Schulwege, Wohngebiete oder die Sicherheit von Fuß- und Radverkehr es erfordern, nachvollziehbar und zusammenhängend geplant statt als unübersichtlicher Flickenteppich.
Wie schneiden die anderen Kandidatinnen und Kandidaten ab?
Der Wahlcheck macht auch die Unterschiede zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten sichtbar. In der Gesamtpunktzahl liegt Torsten Haß beim Thema Klimaschutz vorn, gefolgt von Marcus Wiedelmann (parteiunabhängig), Detlef Gödicke (Bürgerfraktion OHZ) und Marie Jordan (CDU).
Jetzt selbst ausprobieren
Wir laden alle Wahlberechtigten in Osterholz-Scharmbeck herzlich dazu ein, sich selbst ein Bild zu machen und den Wahlcheck auszufüllen:
👉 Zum Wahlcheck von LocalZero für Osterholz-Scharmbeck
Es dauert nur wenige Minuten – und hilft dabei, sich vor der Kommunalwahl am 13. September 2026 eine fundierte Meinung zu bilden.