Am 9. Mai 2026 wurde in Osterholz-Scharmbeck der Brigitte-Escherhausen-Platz feierlich eingeweiht. Die Rede hielt Klaus Sass, der das Leben und Wirken der ehemaligen Bürgermeisterin würdigte.
Brigitte Escherhausen, 1936 in Westpreußen geboren, fand nach der Flucht 1945 in Osterholz-Scharmbeck eine neue Heimat. Dieses Erlebnis prägte ihr Leben und ihr politisches Engagement nachhaltig. 1972 trat sie in die SPD ein – inspiriert von Willy Brandts Ostpolitik – und setzte sich fortan mit großem Einsatz für ihre Mitmenschen ein.
Über Jahrzehnte hinweg gestaltete sie die Stadt aktiv mit: als Ratsmitglied (1974–2006), stellvertretende Bürgermeisterin und schließlich von 1990 bis 2001 als Bürgermeisterin. Ihr politisches Handeln war geprägt von Bürgernähe, Tatkraft und einem starken Gerechtigkeitssinn.
Klaus Sass hob in seiner Rede besonders ihre Menschlichkeit und Empathie hervor. Brigitte Escherhausen verstand es, Politik nahbar zu machen und über Parteigrenzen hinweg zu wirken. Sie galt vielen als „Seele Osterholz-Scharmbecks“ und blieb bis ins hohe Alter am politischen Geschehen interessiert.
Für ihr Engagement erhielt sie unter anderem das Bundesverdienstkreuz sowie die Willy-Brandt-Medaille.
Mit der Benennung des Platzes im Bereich der Kirchenstraße 11 bis 15 wird ihr Wirken nun dauerhaft gewürdigt. Der neue Platz soll ein Ort des Verweilens und der Begegnung sein – ganz im Sinne einer Frau, die ihre Stadt mit Herz und Leidenschaft geprägt hat.

